Roczen siegt vor 85.000 Zuschauern

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Roczen siegt vor 85.000 Zuschauern

29.09.2013 von MXoN-Team Germany

Vor einer Zuschauerkulisse wie bei einem Fussball-Länderspiel fand heute mit dem 67. Motocross of Nations (MXoN) das größte Offroad-Spektakel der Welt in Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) statt. Nachdem Deutschland im Vorjahr im belgischen Lommel erstmals diese Team-Weltmeisterschaft gewann, stand heute also die Mission "Titelverteidigung" an. Auch wenn am Ende das Team Germany nur Siebter wurde, gab es aus deutscher Sicht Gründe zu feiern.

Das deutsche Fahrertrio Max Nagl, Ken Roczen und Dennis Ullrich stand als Titelverteidiger mit den Startnummern 1, 2 und 3 natürlich unter besonderer Beobachtung der vielen zehntausend Fans. Während der mittlweile in den USA lebende KTM-Pilot Roczen zum vierten Mal hintereinander seine Hubraumklasse bis 250 ccm beim MXoN gewinnen konnte und damit Geschichte schrieb, begeisterte Honda-Werkspilot Max Nagl besonders im letzten Rennen, in dem er auf seiner 450-ccm-Maschine sogar lange in Führung lag. Pech hatte hingegen Dennis Ullrich, der die deutsche Fahne in der hubraumoffenen Klasse vertrat und nach einem tollen sechsten Rang in der gestrigen Qualifikation heute leider beide Rennen nicht beenden konnte.

Im ersten von drei Rennen des Motocross of Nations 2013 trafen die Piloten der Klassen MX1 (450 ccm) und MX2 (250 ccm) aufeinander. Nachdem der junge Schweizer Valentin Guillod völlig überraschend die ersten Runden anführte, übernahm Ken Roczen (KTM, MX2) vom deutschen Team unter dem tosenden Jubel der vielen tausend deutschen Fans die Führung. Doch ab Rennmitte hat Roczen mit immer verhärteteren Armen zu kämpfen und nach einem Fahrfehler musste er in Runde 14 dem italienischen Weltmeister der MX1-Klasse, Antonio Cairoli die Führung überlassen. Als Eli Tomac, der amtierende MX2-Champion der USA ebenfalls noch Roczen überholen wollte, hatte Tomac einen heftigen Abflug der ihn weit zurückwarf.

Ken Roczen
Ken Roczen

Der zweite deutsche Fahrer Max Nagl (Honda, MX1) kam nach einem verpatzten Start nur auf Rang 27 aus der ersten Runde, zeigte aber eine fulminante Aufholjagd, die ihn noch bis auf den elften Platz nach vorne spülte und dem deutschen Team nach dem ersten Rennen sogar die Gesamtführung vor Italien einbrachte.

Im zweiten Rennen mussten erneut die MX2-Piloten ran, diesmal jedoch gegen die Fahrer der Open-Klasse, wo der frischgebackene Meister der ADAC MX-Masters Serie, Dennis Ullrich, die deutschen Farben vertrat.

Nach dem Start übernahm noch in der ersten Runde erneut Ken Roczen für Deutschland und unter dem frenetischen Jubel der Massen die Führung und hatte mit Eli Tomac/USA über das gesamte Rennen seinen härtesten Widersacher aus der diesjährigen US-Meisterschaft im Nacken. Doch Ken wollte unbedingt dieses Sieg, biss die Zähne zusammen und rettete seine Führung bis ins Ziel, Die beiden MX2-Asse setzten sich auf ihren hubraumschwächeren 250er Maschinen immer weiter vom Rest des Feldes ab und distanzierten im Ziel den drittplatzierten Clement Desalle (BEL) und den folgenden Amerikaner Justin Barcia um fast eine Minute!

Dennis Ullrich
Dennis Ullrich

Für Dennis Ullrich war das Rennen bereits gelaufen, noch bevor es überhaupt so richtig begonnen hat, denn der junge deutsche fuhr einen Sekundenbruchteil zu früh los und verhakte sich im Startgatter. Im Laufe seiner folgenden Aufholjagd stürzte Ullrich in der vierten Runde heftig und musste das Rennen mit starken Rippenschmerzen aufgeben.

In der Teamwertung fiel Deutschland somit trotz des Triumphs von Roczen vor dem alles entscheidenden dritten Rennen auf den siebten Rang zurück.

Max Nagl
Max Nagl

Da es beim MXoN am Ende nur ein einziges Streichergebnis gibt, durfte für Deutschland nun nichts mehr schief gehen, wollte man das Podium der ersten drei noch erreichen. Doch Dennis Ullrich hatte es im zweiten Lauf doch heftiger erwischt und obwohl Dennis zwar im dritten Lauf noch an den Start ging, musste der KTM-Pilot doch noch in der ersten Runde feststellen, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken war und gab auf.

Damit war klar, dass der deutsche Traum von einer eneuten Podiumsplatzierung beim Motocross of Nations ausgeträumt war, ganz egal welches Ergebnis Max Nagl (MX1) noch einfahren würde. Doch Nagl hielt dies nicht davon ab, sein bestes Rennen des Jahres zu zeigen, denn der Bayer gewann nicht nur den Start, sondern führte dieses Weltklassefeld auch bis zur Rennmitte an! Und dies, nachdem erst vor drei Monaten der Eppstein-Barr-Virus bei Nagl diagnositziert wurde, der in den meisten Fällen sogar eine halbjährige Pause von jeglicher sportlicher Aktivität nach sich zieht! Am Ende musste Nagl lediglich Antonio Cairoli/I vorbei lassen, der damit auch sein zweites Rennen gewann.

Neuer Champion des 63. Motocross of Nations wurde die Mannschaft aus Belgien vor den zuvor favorisierten USA und eines sehr glücklichen Teams aus Italien. Deutschland blieb auf dem siebten Rang, dürfte aber im kommenden Jahr beim Motocross of Nations im lettischen Kegums erneut das Podium ins Visier nehmen.

Stimmen:

Max Nagl
Max Nagl

Max Nagl: "Im ersten Lauf hab ich am Gatter zu früh gezuckt, das war mein Fehler. Danach hatte ich mit Jake Nicholls (GB) Feindkontakt. Aber ab da an war es ein super Rennen für mich. Ich konnte wirklich gute Linien fahren und hab ein paar schnelle Jungs hinter mir gelassen. Vor dem zweiten Lauf habe ich dann gar keine Schmerzmittel mehr genommen, weil ich dachte, lieber ein paar Schmerzen im Fuß in Kauf zu nehmen, als Bauchschmerzen zu bekommen. Mein zweiter Start war super, und als ich dann merkte, dass Cairoli nicht richtig aufschließen kann, hat mich das umso mehr motiviert. Die Fans waren einfach super! In der vorletzten Runde erwischte mich eine Windböe und ich konnte einen Crash gerade noch so vermeiden. Trotzdem hat mich der Ausritt richtig Zeit gekostet und am Ende hatte ich einfach dicke Arme um die letzten Angriffe abzuwehren. Alles in allem war es aber ein super Rennen für mich, erst Recht nach dem ganzen Verletzungspech im Vorfeld. Das gibt mir jetzt richtig Motivation für den Winter. Okay, dass Dennis zweimal gecrasht ist, das war ärgerlich, aber so etwas kann beim MXoN eben passieren und dann entscheidend sein. Ich habe im Vorfeld immer gesagt, dass das Nations eine Glücksache ist, und von dem her hatten wir heute trotz der Topleistung von Kenny eben auch ein wenig Pech."

Ken Roczen
Ken Roczen

Ken Roczen: "Im ersten Lauf hatte ich Armpump und ich habe mich das ganze Wochenende nicht richtig  wohl auf dem Bike gefühlt. Das Wochenende hat aber dennoch super Spaß gemacht. Mein persönliches Ziel hatte ich mehr als übertroffen, ich bin einfach nur überwältigt den zweiten Lauf gewonnen zu haben. Es war großartig und stressig zu gleich für mich, weil jede Menge Fans mich sehen wollten. Aber ich glaube das ist mir immer noch lieber, als wenn sich gar niemand für mich interessieren würde, haha. Nicht nur die Deutschen Fans waren Spitze, aus der ganzen Welt haben mich die Leute hier angefeuert. Ich kann mich nicht über meine Leistung beschweren, denke ich."

Dennis Ullrich
Dennis Ullrich

Dennis Ullrich (Open): "Ich bin super happy, dass ich überhaupt für das Team nominiert war. Zwar war ich etwas aufgeregt, konnte aber am Samstag zeigen, dass ich mit den guten Fahrern mithalten kann. Der erste Lauf hat schon am Start schlecht angefangen, denn ich bin in der ersten Kurve mit ein paar Jungs zusammengekracht und musste erstmal wieder von ganz hinten nach vorne fahren. Nach einigen Runden musste ich dann einem gestürzten Fahrer ausweichen, kam dabei quer und bin auf den Kopf und die Brust gefallen und habe dann rund 30 Sekunden keine Luft mehr bekommen. Ich denke, dass ich mir zwei oder drei Rippen gebrochen habe. Im zweiten Lauf versuchte ich es dennoch, und in der Einführungsrunde war es noch einigermaßen auszuhalten. Doch schon kurz nach dem Start musste ich raus fahren, die Schmerzen waren zu groß und ich musste raus. Alles in allem war das MXoN aber ein geiles Gefühl, alleine die Stimmung am Samstag war der Hammer. Ich wäre gerne zu Ende gefahren und es tut mir unheimlich Leid für Max und Ken, die einfach grandios gefahren sind. Aber es ging einfach nicht mit den Schmerzen."

Teamchef Hubert Nagl: "Am Ende hat uns einfach das Glück gefehlt. Dennis ist im ersten Lauf ins Gatter gefahren und hatte dann einen bösen Abflug, bei dem er sich eine schmerzhafte Rippenverletzung zugezogen hat. Bei ihm waren das heute die Nerven. Aber auch die Belgier hatten heute beispielsweise ein dickes Streichergebnis, wir hatten eben unglücklicherweise zwei davon. Aber das ist das MXoN, davor ist keine Mannschaft gefeit. Die Leistungen von Ken sprechen für sich, es fehlen einem jetzt noch die Worte, Wahnsinn. Max hatte ebenfalls eine Topleistung gezeigt, wie der im zweiten Lauf da aus dem Gatter ist und dann einfach weg fährt, war einfach super. Und das nach seiner Verletzung."

Text: MXoN-Team Germany / Fotos: Steve Bauerschmidt

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